Die Ergebnisse der Selfpublisher-Studie 2015: Immer weniger unabhängige Autoren wollen sich an einen etablierten Verlag binden

„Selfpublishing-Papst“ Matthias Matting www.selfpublisherbibel.de und Hilke-Gesa Bußmann haben die Ergebnisse der großen Selfpublishing-Studie 2015 präsentiert. Besonders interessant: Immer mehr Autoren ersparen sich den mühsamen Weg, einen etablierten Verlag für ihr Werk zu suchen, sondern entscheiden sich „schnell für die Veröffentlichung in eigener Regie.“ Nur 9,05 Prozent der Befragten möchte „unbedingt“ bei einem Verlag veröffentlichen, 81,46 Prozent können sich damit nur dann anfreunden, „wenn die Bedingungen stimmen.“ Für immerhin 5,08 Prozent ist ein Vertrag mit einem Verlag überhaupt gar keine Option.

Die Selfpublishing-Studie wird seit 2013 durchgeführt, und diesmal haben 906 Teilnehmer die kompletten 50 Fragen beantwortet, weitere 453 Nutzer haben zumindest Teilfragen beantwortet. Auffallend ist, dass nur ein Viertel der 851 Teilnehmer aus 2014 in diesem Jahr erneut dabei waren. Matthias Matting schreibt dazu auf www.selfpublisherbibel.de: „Wir hoffen, dass das kein Symptom dafür ist, dass Autorinnen und Autoren das unabhängige Publizieren genauso schnell wieder fallen lassen wie sie damit begonnen haben.“

Bei der Frage nach dem Verdienst ist eine deutliche Zweiteilung zu beobachten. Fast die Hälfte der Teilnehmer verdient nicht sehr viel mit dem Schreiben, allerdings ist insgesamt ein leichter Anstieg der Einnahmen zu verzeichnen. 16 Prozent (2014:14 Prozent) der Teilnehmer verdienen mehr als 300 Euro im Monat. Der Durchschnittsverdienst aller Antwortenden lag in diesem Jahr bei 512 Euro (2014: 494 Euro, 2013: 312 Euro).

Ein überraschendes Ergebnis ist, dass Selfpublisher nicht nur E-Books veröffentlichen, sondern auch vermehrt Print-Bücher. 2014 realisierten nur 32 Prozent der Teilnehmer Taschenbücher von ihren Werken. In diesem Jahr waren es bereits 42 Prozent. Als Ursache vermuten die Initiatoren der Studie die verbesserten Konditionen der Dienstleistungs-Portale wie zum Beispiel www.bod.de und www.epubli.de.

Auch wenn eine Verlagsveröffentlichung von den meisten Selfpublishern nicht angestrebt wird, reizt 60 Prozent der Teilnehmer die Vorstellung, das eigene Buch im Regal zu sehen. Denn nach wie vor schaffen es Selfpublisher eher selten, auch im Buchhandel sichtbar zu werden – das ist der größte Pluspunkt für die Verlage. Geld und Risiko spielen da eine deutlich geringere Rolle. Ein höheres Renommee bescheinigt immerhin mehr als ein Drittel dem Verlag.

Die meisten Bücher verkaufen Selfpublisher bei Amazon. Nach Autorenangaben liegt der Umsatzanteil der Firma im Mittel bei 72 Prozent. Tolino kommt auf 18 Prozent (etwas mehr als im Vorjahr), Apple liegt bei konstanten 10 Prozent (die Gesamtsumme liegt über 100 Prozent, weil Autoren keine genauen Prozentzahlen wählen konnten).

Ein interessanten Ergebnis der Studie ist schließlich, dass Selfpublisher immer professioneller arbeiten: „Der Anteil derer, die möglichst gar nichts ausgeben wollen, ist um zehn Prozentpunkte gesunken. Etwa die Hälfte der Teilnehmer leistet sich zumindest ein professionelles Cover (die Preisgrenze liegt hier wohl bei 300 bis 400 Euro). Mehr als 750 Euro geben immerhin schon über 15 Prozent aus – das ist ein Gebiet, wo auch schon ein Lektorat drin ist. Der Mittelwert (inklusiver derer, die gar nichts ausgeben) liegt bei 360 Euro. Nimmt man die Umsonst-Autoren heraus, steigt er auf 464 Euro. 2014 waren es im Mittel noch 261 Euro.

Die Ergebnisse der gesamten Studie und sehr anschauliche Grafiken sind in drei Teilen auf der Webseite: www.selfpublisherbibel.de zu finden.

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