Sollten Autoren lieber „häppchenweise“ veröffentlichen?

CorneliaFunke_Webseite

Die Webseite von Bestsellerautorin Cornelia Funke, die in Zukunft mehr „häppchenweise“ publizieren will. Der Grund: Ihrer Ansicht nach sei der Respekt vor Autoren bei Verlagen nicht besonders ausgeprägt.

 

Ich habe das Gefühl, dass sich ein ganz bestimmter Trend im Bereich Buchveröffentlichungen abzeichnet, und zwar bei den etablierten Verlagen, aber auch bei Selfpublishern – nämlich das „häppchenweise“ Veröffentlichen von Romanen oder gleich das Schreiben von Reihen, die vom Inhalt ungefähr 100 Seiten umfassen. Der Vorteil: Es gibt immer etwas Neues von der Autorin oder dem Autor – und genau dies scheint bei vielen Leserinnen und Lesern besonders gut anzukommen.

Ein Beispiel? Emily Bold, über die auch ein Porträt in der ersten Ausgabe von WRITE! erschienen ist, hat rechtzeitig zur Weihnachtszeit den dritten Band ihrer Mr.Grey-Reihe veröffentlicht: „Frohes Fest mit Mr. Grey“. Zuvor waren die beiden Bände „Auf der Suche nach Mr. Grey“ und „Ein Tanz mit Mr. Grey“ erschienen.

Drehbuchautor Michael Meisheit alias Vanessa Mansini startete im Oktober diesen Jahres mit der ersten Ausgabe von L.I.E.B.E., ein Kindle Single, über eine geheime Sondereinheit, die für „schwer viermittelbare Frauen und Männer die Liebe des Lebens finden soll. Weitere Teile sollen folgen. Der Berliner Autor hat diese Art der „häppchenweisen“ Veröffentlichung schon mehrfach erprobt. Sein Roman „im falschen Film“ erschien ebenfalls als Reihe mit drei Folgen.

Nun habe ich gelesen, dass auch Bestsellerautorin Cornelia Funke, die im September diesen Jahres ihren eigenen Verlag gründete, mit neuen, kürzeren Formaten experimentieren will. Sie begründete auf buchreport.de ihre Pläne damit, dass sie künftig mehr Flexibilität benötige, denn sie arbeite gerade parallel an drei verschiedenen Welten, an der Drachenreiterwelt, an der Tinten- und an der Spiegelwelt und „möchte gern jede dieser Welten regelmäßig füttern und immer in einer von diesen Welten ein Stück reisen, ohne zu sagen: Die eine vergesse ich jetzt mal für zwei Jahre. Das reizt mich und inspiriert mich derzeit ungemein.“

Cornelia Funke lobte ihren deutschen Verlag Dressler, aber generell sei bei Verlagen der Respekt vor Autoren nicht besonders ausgeprägt. Autoren müssten einerseits die „Vertriebsmaschine füttern“, die andererseits mit langen Vorläufen nicht besonders flexibel sei. Die Bestsellerautorin auf dem buchreport-Zukunftstag: „Ich möchte flexibler arbeiten, nicht von Abgabeterminen gegängelt werden.“

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